Mittwoch, 4. Januar 2006

Ghost in the Shell - Stand Alone Complex (Vol. 1/8)

GITS-SAC-1
Inhalt
Episoden 1-4 Japan in naher Zukunft: Nach dem 3. Weltkrieg sind die Machtverhältnisse neu geordnet und Asien befindet sich unter japanischer Führung. Um die innere Sicherheit zu gewährleisten, setzt die Regierung (eigentlich nur eine Marionette der Großkonzerne) auf sogenannte Sektionen, kleine Gruppen von Agenten, die jede Gefahr für den Staat, ob Kriminalität oder fremde Mächte beseitigen. Die härteste dieser Gruppen ist Sektion 9 unter der Führung Major Mokoto Kusanagis. Zusammen mit den drolligen, aber nichtsdestotrotz tödlichen Tachikoma-Robotern führen sie die Verbrecherjagd in der realen und der Online-Welt fort. Sektion 9 klärt einen Mordfall auf, bevor sich dieser zu einem internationalen Zwischenfall entwickelt, bringt einen Amok laufenden Killer-Robot zur Strecke und löst das Geheimnis um eine Serie mysteriöser Androiden-Selbstmorde. Doch dies ist nur der Auftakt zu ihrem bisher komplexesten Fall: Eine Verschwörung auf höchster Ebene von Politik und Wirtschaft, irgendwo verbunden mit den Aktivitäten eines geheimnisvollen Super-Hackers.

Meinung
Wer den Film Ghost in the Shell bzw. dessen Nachfolger "Innocence" gesehen hat, weiss ungefähr, was ihn bei der Serie "Stand Alone Complex" erwartet. Eine Story rund um den Cyberspace mit allen Möglichkeiten und Problemen. Die ersten drei Episoden sind (soweit ich das nach Genuss der ersten 4 von 26 Folgen beurteilen kann) kurze eigenständige Geschichten, die atmosphärisch ins Thema Cyperspace einführen sollen. Mit Episode vier startet dann wohl die große Story um Korruption und Verschwörung.

Die Atmosphäre im rein computergenerierten Vorspann täuscht etwas, denn in der eigentlichen Serie sind CGI- und handgezeichnete Grafiken gemischt. Im Vergleich zum Film wirkt die Serie etwas "fetziger". Der tolle Soundtrack ist recht rockig, und zumindest in den ersten Episoden sind mehr Action-Anteile als im Film.

Etwas nervig: Die Tachikomas. Das sind Robot-Panzer mit künstlicher Intelligenz und schwer erträglichen Pieps-Stimmen, die Major Kusanagi nerven ("bringst du mir was mit?"). Was Jar Jar Binks für "Star Wars: Episode 1" war, das sind die Tachikomas für diese Serie. Ich hoffe, sie spielen im weiteren Verlauf keine wachsende Rolle.

Ich bin schon gespannt, wie es mit den nächsten Episoden weitergeht. Ich hoffe, das eigentlich etwas trockene Thema "Korruption Politik und Industrie", welches in Episode 4 begonnen wurde, wird mit ordentlich Cyberspace-Flair angereichert. Ich bleibe am Ball - für Sie, werte Leser :-)


Handlung Folge 1 (mit Spoilern)
Geisha-Roboter haben hochrangige Politiker und Industrielle gekidnappt. Die Befreiung durch Sektion 9 gelingt, der Täter ist ein Cyborg, der bei Flucht aber sein Gedächtnis löscht. Doch die Aktion war nur scheinbar ein Erfolg: Vor der Befreiung wurde die Hirnschale des Außenministers ausgetauscht, und der "falsche" Minister soll nun bei einem Treffen wichtige geheime Militärdokumente entgegennehmenl. Doch Sektion 9 kann ihn rechtzeitig am Flughafen abfangen und auch die "echte" Hirnschale sicherstellen.

Handlung Folge 2 (mit Spoilern)
In einer Waffenfabrik läuft ein neu entwickelter Panzer-Roboter amok. Er wird von jemandem gesteuert, der die Zugangscodes eines verstorbenen Mitarbeiters verwendet. Doch der letzte Wille des verstorbenen war es, dass sein Gehirn mit dem Panzer gekoppelt wird. Und nun steuert er auf sein Elternhaus zu, um sich (so wird vermutet) an seinen streng religiösen Erzeugern zu rächen, weil diese ihm nicht erlaubt hatten, einen künstlichen Körper zu verwenden. Sektion 9 stoppt den Panzer kurz der dem Elternhaus. Doch als die Eltern sich dem Metall-Ungetüm nähern, will es ihnen scheinbar doch noch einmal die Hand reichen. Eine Versöhnung?

Handlung Folge 3 (mit Spoilern)
Die Androiden-Baureihe "Jerry" begeht kollektiven Selbstmord. Kusanagi findet heraus, dass ein Virus dafür verantwortlich ist. Dieser wurde vom Sohn des kanadischen Botschafters in Umlauf gebracht, der nun zusammen mit seiner Jerry-Androidin flüchten will, da sie nun das einzige der Baureihe ist und somit einzigartig ist. Doch die Flucht wird verhindert, und auch seine Jerry liebt ihn nicht mehr.

Handlung Folge 4 (mit Spoilern)
Yamaguchi, ein Mitarbeiter der Polizei-Spezialabteilung zur Aufklärung des Falls des "Lachenden Mannes" (einem Jahre zurück liegenden Terrorismusfall, bei dem Direktoren von Microchip-Firmen entführt wurden), findet Hinweise, nach denen jemand aus dem Polizei-Headquarter darin verwickelt sei. Doch bevor er es seinem befreundeten Polizisten Togusa persönlich mitteilen kann, wird er Opfer eines Verkehrsunfalls. Zufall?

Nein, denn Yamaguchi war dahintergekommen, dass die Polizei allen Mitarbeitern unbemerkt den sog. "Interceptor" einsetzen ließ, mit dem die gesamte Wahrnehmung überwacht und aufgezeichnet werden kann. Um Yamaguchi zu stoppen, wurde sein Interceptor während der Autofahrt zu Togusa vernichtet, was zu dem tödlichen Unfall führte.

Kaum herausgefunden, gibt die Polizei auf einer Pressekonferenz zu, dass der Verantwortliche des Falls des lachenden Manns (Abteilungsleiter Nibu) den Interceptor bei seinen Untersuchungsbeamten einbauen ließ. Nibu wird entlassen. Doch es gibt noch mehr Verstrickungen, denn der Chef des Herstellers des Interceptors war auch vom Entführungsfall "Lachender Mann" betroffen.

Auf der Pressekonferenz ermächtigt sich der lachende Mann des Cyberhirns eines der Polizeichefs. Der lachende Mann ist wieder da.


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Sonntag, 1. Januar 2006

Nikita

Nikita
Inhalt
Der stilbildende, französische Thriller von Luc Besson aus dem Jahr 1990 machte seinerzeit soviel Eindruck, dass Hollywood bereits drei Jahre später ein Remake drehte: "Codename: Nina" mit Bridget Fonda, der als US-Kinohit inzwischen weit größere Bekanntheit genießt.

Seitdem legen die amerikanischen Studio-Herren immer wieder herausragende europäische Filme fürs heimische Publikum neu auf. Dass Nikita in Hollywood gut ankam, verwundert wenig: Die Geschichte einer zum Tode verurteilten Drogensüchtigen, die für ein geheimes Regierungsprogramm rekrutiert und zur eiskalten Auftragskillerin "umgeschult" wird, brachte eine aufregende, gespaltene Heldin ins ansonsten an starken Frauen sehr arme Action-Genre.

Meinung
Eine klassische Filmzutat ist bekanntlich die Weiter-Entwicklung des Hauptcharakters während des Films. Das ist bei "Nikita" wirklich gut gelungen, denn die Person Nikita (überzeugend gespielt von Anne Parillaud) entwickelt sich vom extrem gewalttätigen Junkie erst zur Profi-Killerin und dann zu einer Frau, die sich in die Gesellschaft integrieren will.

Trotzdem kann mich der Film als Thriller nicht überzeugen. Dazu finde ich die Handlung einfach zu dünn und den Showdown etwas zu schwach.

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Donnerstag, 22. Dezember 2005

Sin City

SinCity
Inhalt
Willkommen in Sin City! Diese Stadt begrüßt die Harten, die Korrupten, die mit den gebrochenen Herzen. Einer von ihnen ist Marv (Mickey Rourke), ein riesiger Schlägertyp, der für eine einzige Nacht das Glück in den Armen einer Frau findet. Am Morgen danach liegt sie ermordet neben ihm und Marv sinnt auf Rache - um jeden Preis. Dwights (Clive Owen) Problem ist Jackie Boy (Benicio Del Toro), der psychopathische Ex-Lover seiner Geliebten, den er aufhalten muss. Für John Hartigan (Bruce Willis) bleibt nur noch eine Stunde, bis der letzte aufrichtige Cop von Sin City seine Marke abgibt. Doch davor gilt es noch, ein kleines Mädchen aus den Fängen eines Perversen zu retten und ihm die Waffen abzunehmen - alle Waffen. Kultregisseur Robert Rodriguez schuf gemeinsam mit Sin City-Schöpfer Frank Miller, Gastregisseur Quentin Tarantino und einer sensationellen Besetzung nicht nur die spektakulärste Comicverfilmung aller Zeiten, sondern einen Film mit Kultstatus.

Meinung
"Sin City" ist die wahrscheinlich ultimative Comic-Adaption. Und dass, obwohl das Comic als nicht verfilmbar galt und Comic-Schöpfer Frank Miller einer weichgespülten Hollywood-Version niemals zugestimmt hätte. Dennoch ist es Regisseur Robert Rodriguez gelungen, den Comic-Zeichner anhang einer zuvor extra gedrehten Szene zu überzeugen. Nun inszenierten die beiden zusammen mit Quentin Tarantino den Film, wobei Rodriguez darauf bestand, dass Miller im Vorspann zusammen mit ihm als Regisseur genannt wird. Da das nicht den Regeln der "Direcory Guild" entspricht, wurde Rodriguez aus dieser Vereinigung verbannt.

"Humphrey Bogart meets Kill Bill" - so könnte man die Stil von "Sin City" flapsig umschreiben. Der Film-Noir-Stil des Comics wurde äußerst genau auf die Leinwand gebracht. Die harten schwarz/weiss-Kontraste passen hervorragend zu den harten, kantigen Charakteren wie Bruce Willis oder Mickey Rourke. Es gibt nur wenige Farbkleckse, vor allem roten Lippen, rotes Blut und am Ende den "yellow Bastard". Beim Dreh wurde komplett auf Kulissen verzichtet, stattdessen wurde ausschließlich vor Blue- oder Green-Screen gedreht, und der Rest durch CGI ersetzt. Das tut dem optischen Eindruck aber keinen Abbruch, ganz im Gegenteil: Die Optik kommt extrem "stylish" rüber und passt perfekt zu den betont coolen Hauptfiguren.

Der Film an sich besteht auch drei Kapiteln, die nur lose miteinander verbunden sind. Das Kapitel mit Bruce Willis gefällt mir zwar von der Story her am besten, meine Lieblingsfigur im Film (neben Jessica Alba aus offensichtlichen Gründen) ist aber Mickey Rourke. Auch wenn ich Rourke noch nie besonders mochte, ist seine Verkörperung von "Marv" für mich die Rolle seines Lebens.

"Sin City" ist nichts für zart besaitete Naturen. Er ist sehr brutal und hat zurecht keine Jugendfreigabe bekommen (früher hieß das "FSK-18"). Da werden Genitalien herausgerissen und Menschen lebendig von Wölfen verspeist, etc. Zwar ist die Gewalt oftmals nur comichaft stilisiert dargestellt, sie verfehlt ihre Wirkung dennoch nicht. Die Charaktere halten zudem ziemlich viel aus. Aus dem 10. Stock zu springen oder mal eben von einem großen Auto überfahren zu werden, stellt zumindest für die Hauptfiguren kein Problem dar. In Sin City herrschen eben nicht nur andere rechtliche, sondern auch andere physikalische Gesetze.

Fazit: 120 Minunten mit extrem stylisher Optik und extrem coolen Helden. Wer die Gewalt verträgt: Unbedingt ansehen!

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Dienstag, 20. Dezember 2005

Der Flug des Phönix (1965)

Phoenix
Inhalt
Der dramatische Überlebenskampf einer Flugzeugbesatzung und einer Handvoll Passagiere, denen nach einer Notlandung in der Sahara der sichere Tod zu drohen scheint. Ein Kampf, der zum Scheitern verurteilt ist, da die unterschiedlichen Charaktere der Beteiligten explosiven Zündstoff bieten. Als die Lage aussichtslos zu werden droht, hat ein junger Flugzeugkonstrukteur eine völlig utopische Idee: Er will aus den Wrackteilen eine neue Maschine zusammenbauen. Bringt der "Phönix" die erhoffte Rettung oder wird er den Untergang nur beschleunigen? Spannung, Thrill und mitreißende darstellerische Leistungen. James Stewart, Hardy Krüger und Richard Attenborough in einem Klassiker, der Filmgeschichte schrieb.

Meinung
Wie verhalten sich wildfremde Menschen, die zusammen in eine Extremsituation gelangen? Das ist das Thema dieses Filmklassikers rund um die Hauptdarsteller James Stewart, Hardy Krüger, Richard Attenborough und Ernest Borgnine. Ein Film ohne viele Locations, ohne Lovestory und ohne große Action. Dafür mit tollen Schauspielern

Die herausragenden Szenen des Films sind der Machtkampf der beiden "Alphamännchen" Heinrich Dorfmann (ein pflichtbewusster und gefühlskalter deutscher Ingenieur, gespielt von Hardy Krüger) und Frank Towns (der Pilot des abgestürzten Flugzeuges, gespielt von James Stewart). Beide sind auf unterschiedliche Art und Weise rechthaberisch und sehen sich als Anführer der Gruppe.

Der Film erhielt 1966 zwei Oscar-Nominierungen für den besten Schnitt und die beste Nebenrolle (Ian Bannen).

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I Heart Huckabees

Huckabees
Inhalt
Weil in seinem Leben so ziemlich alles schief läuft, wendet sich der Umweltaktivist Albert Markovski (JASON SCHWARTZMAN) an die existenziellen Detektive Vivian und Bernard Jaffé (LILY TOMLIN und DUSTIN HOFFMAN), die einen Sinn in das ganze Kuddelmuddel bringen sollen. Schon bald stellen die beiden skurrilen Schnüffler Alberts gesamtes Leben auf den Kopf, mischen sich in seine Arbeit ein und stellen den Schuldigen: Brad Stand (JUDE LAW), Alberts Freund und Rivale. Innerhalb kürzester Zeit schaffen es die Jaffés, auch dessen Leben zu ruinieren, so dass danach jeder schlechter dran ist als zuvor. Nur gut, dass es noch den Feuerwehrmann Tommy (MARK WAHLBERG) und die französische Philosophin Catherine Vaubon (ISABELLE HUPPERT) gibt, die Albert den rechten Weg aus seiner Existenzkrise aufzeigen.

Meinung
Was für einen ungewöhnlichen Film hat uns Regisseur David O. Russell da gezaubert. Ist es eine Parodie auf Psychoanalyse? Auf Philosopie? Auf Esoterik? Eine Parodie auf Kunstfilme? Alles ein bisschen oder nichts davon? Oder irgendwo dazwischen?

Auf die Frage, warum es in dem Film geht, antwortete Schauspielerin Isabelle Huppert: "Wir fragen uns alle, worum es geht. Wir wissen sicher, dass es um etwas geht. Vermutlich um David O. Russell".

Was ich weiss: Der Film handelt von Personen, die Antworten suchen. Diese suchen sie bei zwei existenzialistischen Detektiven. Deren Philosopie ("alles ist miteinander verbunden") steht im Gegensatz zur Philosopie ihrer Konkurrentin Caterine Vauban ("nichts ist verbunden"). Die Kunden der Detektive (gespielt von Jude Law, Jason Schwartzman, Mark Wahlberg und Naomi Watts) schwanken nun zwischen beiden Weltanschauungen - Existenzialismus vs Nihilismus, inszeniert als abgefahrene Komödie, aber nicht für jedermann.

Erwähnenswert auch das Star-Aufgebot: Dustin Hoffman, Naomi Watts, Mark Wahlberg, Lily Tomlin und sogar Tippi Hedren (vor über 40 Jahren in der Titelrolle von Alfred Hitchcocks "Marnie") sind mit dabei.

Beim Bonusmaterial der DVD ist übrigens ein absolutes Highlight dabei: Die beiden existenzialistischen Detektive (also die beiden Charaktere gespielt von Dustin Hoffman und Lily Tomlin) interviewen 30 Minuten lang zwei echte Wissenschaftler über die zehnte Dimension, Quantenphysik und die Heisenbergsche Unschärferelation.

Wer Filme von Charlie Kaufman ("Being John Malkovich", "Adaption", "Vergiss mein nicht") oder Paul Thomas Anderson ("Magnolia", "Punch-Drunk Love") mag, dem könnte auch "I Heart Huckabees" gefallen - muss aber nicht.

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Montag, 19. Dezember 2005

Akira

Akira
Inhalt
Neo-Tokio im Jahre 2019. Die Motorradgang um Kaneda und Tetsuo gerät versehentlich in eine Transaktion der Polizei, die ein geflohenes Probandenkind verfolgt. Tetsuo, der über außergewöhnliche PSI-Fähigkeiten verfügt, wird verletzt und abtransportiert. In einem parapsycholgischen Experiment versuchen korrupte Politiker und Wissenschaftler, das Projekt Akira, das einst die Zerstörung Tokios auslöste, mit Tetsuo als Mittler für sich nutzbar zu machen. Aber Tetsuo flippt im Machtrausch aus und versucht den eingefrorenen Akira zu reaktivieren. Nachdem er einen Freund tötet, stellt sich auch Kaneda gegen Tetsuo. Zu spät: Tokio wird in gleißendes Licht gehüllt, Tetsuo/Akira katapultiert sich in eine andere Dimension.

Meinung
"Akira" gilt als Meilenstein in der Anime-Geschichte und war der erste auch in westlichen Ländern erfolgreiche Anime-Kinofilm. Wie praktisch alle Animes ist auch Akira eine Adaption des gleichnamigen Manga-Comics. Da dieses aber über 2000 Seiten stark ist, musste die Handlung für den Film stark komprimiert werden. Das spürt man auch, denn es gibt in den 120 Minuten kaum einen Augenblick in dem nichts passiert. Man muss also gut aufpassen, um nichts zu verpassen.

Die Optik ist Films ist beeindruckend, vor allem wenn man bedenkt, dass Akira schon ca. 17 Jahre auf dem Buckel hat. Zwar wurden an wenigen Stellen Computer eingesetzt, doch steckte CGI damals noch in den Kinderschuhen. Die düstere Atmosphäre und die bemerkenswert detaillierten Hintergründe sind auch heute noch sehr ansprechend.

Die komplexe Story bzw. deren Aussage kann angeblich erst duch Lektüre des Mangas komplette verstanden werden. Da ich die Mangas nicht kenne, kann ich das nicht beurteilen. Derweil interpretiere ich den Film als Appell, mit großer Macht verantwortungsvoll umzugehen. Sowohl Manga (1982) als auch Anime (1988) entstanden während der Ära von Ronald Reagan und damit im "Kalten Krieg", womit diese Vermutung durchaus naheliegt.

Spoiler-Anfang
Der Begriff "Akira" bedeutet "absolute Energie". Es handelt sich um die Energie, die die Menschen zu Ideen und Innovationen treibt. Nun existieren Gene, in denen er Ursprung all dieser Energie steckt. Experimente, in denen diese Gene an Menschen ausprobiert wurden, führten 30 Jahre vor dem Film zur Auslöschung Tokios, denn die Energie konnte von den Versuchspersonen nicht kontrolliert werden. Tetsuo, der Hauptdarsteller des Films, ist die neueste Versuchsperson.
Spoiler-Ende

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Some

Some
Inhalt
$10 Millionen Drogengeld sind verschwunden und ein ranghoher Polizist wird verdächtig, sie gestohlen zu haben. Ein junger Kollege will seine Unschuld beweisen und macht sich auf die Suche nach dem Geld. Seine Wege kreuzen die einer jungen Frau, die scheinbar in die Zukunft sehen kann. Doch die Hoffnung, dass ihre Visionen ihm bei seinen Ermittlungen helfen können, zerschlägt sich schnell. Denn sie sieht etwas anderes voraus: Seinen Tod in 24 Stunden...

Meinung
Das DVD-Cover kündigt eine Mischung aus Mystery, Thriller und Action an. Der Mystery-Anteil kommt meiner Meinung nach aber etwas zu kurz. In den ersten 60 Minuten wird die Story um die Drogengeschäfte unnötig detailiert erzählt - die Mystery rund um die hellseherischen Fähigkeiten von Seo Yu-jin bleibt fast Nebensache. Als sich die Handlung am Ende zuspitzt, wird sie aber interessanter und zielgerichteter.

Alles in allem ein Thriller der "in Ordnung geht", aber meiner Meinung nach nicht an den vom gleichn Regisseur Chang Yoon-Hyun stammenden "Old Boy" heranreicht.

PS: Warum der Film in Deutschland mit FSK-18 eingestuft wurde, ist mir ein Rätsel. Sex gibt es überhauptnicht und an besonders harte Gewaltszenen kann ich mich nicht erinnern. Im Herstellungsland Süd-Korea ist er frei ab 15 Jahren.

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Freitag, 16. Dezember 2005

Sophie Scholl - Die letzten Tage

Sophie-Scholl
Inhalt
Mit Sophie Scholl - Die letzten Tage setzte Regisseur Marc Rothemund der berühmten Widerstandskämpferin ein beeindruckendes filmisches Denkmal, dessen akkurate und authentische Nachzeichnung der Ereignisse in den fünf Tagen von Scholls Verhaftung bis zu ihrer Hinrichtung am 22. Februar 1943 auf den originalen Vernehmungsprotokollen der Nazi-Diktatur basiert. Jahrzehntelang in Kellerarchiven der Sowjetunion und der DDR verschwunden, kamen die historischen Dokumente erst nach der deutschen Wiedervereinigung erneut zum Vorschein, und bildeten schließlich die Grundlage für das packende Drehbuch von Fred Breinersdorfer, in dem sich die mutige Münchener Studentin Sophie Scholl (herausragend gespielt von Julia Jentsch, Die fetten Jahre sind vorbei) ein kammerspielartiges Rededuell mit ihrem Vernehmungsbeamten, dem systemtreuen Gestapo-Beamten Robert Mohr (Alexander Held), liefert. Bis hin zum Schauprozess vor dem berüchtigten Blutrichter Roland Freisler und der Hinrichtung von Sophie, ihrem Bruder Hans und ihrem Mitstreiter Christoph Probst von der Widerstandsgruppe „Die weiße Rose“ dokumentiert Regisseur Rothemund mit einer effektiven, zurückhaltenden Inszenierung die verbürgten Ereignisse mit beeindruckender historischer Akribie und erschafft so ein tief bewegendes Portrait dieser jungen Frau, deren moralische Standhaftigkeit auch heute noch ein bewundernswertes Vorbild ist. Verdientermaßen wurden Marc Rothemund und Julia Jentsch dann auch auf der Berlinale 2005 mit den Preisen für Regie und beste Hauptdarstellerin belohnt.

Meinung
Ein starker Film mit einer überragenden Julia Jentsch in der Titelrolle. Da der Film ausschließlich die letzten fünf Tage der Protagonistin beleuchtet, kann er auch detailiert auf die Geschehnisse eingehen. Der Film besteht nach der Einführung fast ausschließlich aus Dialogen, was etwas an ein Theaterstück erinnert. Vor allem stehen immer wieder die Verhöre von Robert Mohr mit Sophie Scholl im Vordergrund. Zu Beginn ist die Hauptdarstellerin noch in der Verteidigung, um beim letzten Verhör vor ihrer Verurteilung in die Offensive zu gehen und einen etwas nachdenklichen Gestapo-Beamten Mohr zurückzulassen. Gerade letzterer soll verdeutlichen, dass auch ein beinharter Nazi ansatzweise so etwas Ähnliches wie Sympathie für Andersdenkende empfinden kann.

Genauso brillant wie Hauptdarstellering Julia Jentsch: Alexander Held als Robert Mohr und André Hennicke als beängstigender Richter Freisler, der die Gerichtsverhandlung zur sehenswerten Farce geraten lässt.

Ein sehenswerter Film, und alles andere als Popcorn-Kino.

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Sonntag, 11. Dezember 2005

Bad Santa

Bad-Santa
Inhalt
Jedes Jahr um die Weihnachtszeit wird es dem versoffenen Tunichtgut Willie ganz warm ums Herz. Dann nämlich verkleidet er sich als Santa Claus, um zusammen mit seinem als Elf getarnten Partner Marcus in überfüllten Kaufhäusern auf Diebestour zu gehen. Auch in diesem Jahr platziert sich der pöbelnde Asoziale mit seinem missgelaunten Komplizen wieder an vorderster 'Ho Ho Ho!'-Front und nimmt sogleich einen dicken Achtjährigen aus wie eine Weihnachtsgans. Doch der nervige Junge erteilt dem widerlichen Duo eine gehörige Lektion. 'Ghost World'-Regisseur Terry Zwigoff rekrutiert mit dem 'Man Who Wasn't There' Billy Bob Thornton den fiesesten Santa der Filmgeschichte. Rülpsend und fluchend liefert sich dieser mit 'Ich, beide & sie'-Darsteller Tony Cox wunderbare Schimpfduelle, flankiert von Komiker Bernie Mac und John Ritter in seiner letzten Kinorolle. Zusammen sind sie die Idealbesetzung des von den Coen-Brüdern ausführend produzierten und mit wertvollen Drehbuchtipps versehenen Werks. Gnadenloser Humor, unbedingt kultverdächtig.

Meinung
Endlich mal ein etwas anderer Weihnachtsfilm. Ein fluchender, schimpfender Billy Bob Thornton ("Halt's Maul, ich hab' Mittagspause!") stellt den bösen Santa vorzüglich dar. Doch gegen Ende zeigt er doch noch eine Spur von Menschlichkeit, was das Finale doch noch versöhnlich scheinen lässt - wenn es auch bei weitem kein typisches Hollywood-Ende ist. Apropos: Im Showdown im Kaufhaus werden so einige Weihnachtssymbole bildlich demontiert. Nichts für empfindsame Gemüter.

PS: In der englischsprachigen Fassung fällt das F-Wort angeblich 150 mal. Also nächstes Mal mitzählen :-)

Fazit: Rabenschwarze Weihnachts-Komödie nicht nur für Weihnachts-Hasser. Ansehen!

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