Donnerstag, 4. August 2005

Fantasy-Filmfest 2005

FFF2005
Im August 2005 lief das 19. Fantasy-Filmfest im Frankfurter Metropolis Kino. Es war mein erster Besuch dort, und ich war sehr angetan. Dort werden Filme jenseits des Hollywood-Mainstreams gezeigt — alles außer Massenware.

Diese Filme habe ich gesehen, die rötlich eingefärbten sind Links zu meinen Reviews:

Samstag, 30. Juli 2005

Fahrenheit 451

Fahrenheit-451
Inhalt
Ray Bradburys erfolgreiches Science-Fiction-Meisterwerk über eine Zukunft ohne Bücher nimmt in diesem Filmklassiker unter der Regie von Francois Truffaut - einem der bedeutendsten Leinwandinnovatoren aller Zeiten - bedrückend realistische Dimensionen an. Julie Christie glänzt in einer anspruchsvollen Doppelrolle als Oskar Werners vergnügungssüchtige, konformistische Frau Linda und gleichzeitig als seine rebellische, bücherbegeisterte Geliebte Clarisse.

Montag (Oskar Werner), ein Feuerwehrmann mit dem Auftrag, verbotene Bücher zu verbrennen, lernt eine revolutionäre Lehrerin kennen, die sich das Lesen nicht verbieten lässt. Durch sie wird er zum Gejagten, der nicht nur vor der Wahl zwischen zwei Frauen, sondern auch zwischen persönlicher Sicherheit und geistiger Freiheit steht. Truffauts erster in englischer Sprache gedrehter Film geriet zu einer unheimlichen Fabel, in der die Menschheit zum ultimativen Bösen wird.

Meinung
In einer unbestimmten Zukunft verbietet der totalitäre Staatsapparat das Lesen von Büchern und ordnet sogar deren Verbrennen an. Täglich rückt die Feuerwehr aus, deren Aufgabe nicht mehr das Löschen ist (es wird sogar bestritten, dass das jemals der Sinn und Zweck der Feuerwehr war), sondern eben das Verbrennen von Büchern.

Die Hauptfigur ist Feuerwehrmann Montag, der vom linientreuen Befehlsempfänger zum kleine Revoluzzer wird, indem er die Liebe zu Büchern entwickelt.

***Kleine Spoiler-Warnung***
Die Atmosphäre in "Fahrenheit 451" ist naturgemäß recht bedrückend. Schockierend auch die Szene, in der die ältere Frau lieber zusammen mit ihren Büchern verbrennt, als ohne sie zu leben. In der Gesellschaft werden nicht nur Büchern verboten, auch ist jede Form von Individualismus untersagt. Männer mit langen Haaren werden umgehend einer Rasur unterzogen.

Das Ende ist für mich etwas zwiespältig. Einserseits finde ich die Buchmenschen herrlich skurril-idealistisch, andererseits weckt das Ende zwar etwas Hoffnung, weil selbst in (oder besser: neben) einem solchen Unterdrückungsstaat individualistische Außenseiter überleben können - aber mit scheint deren Hoffnung auf eine bessere Zukunft ("Eines Tages wird man uns auffordern, zu sagen was wir gelernt haben, und dann wird man wieder Bücher drucken") doch recht naiv. Oder ist es einfach idealistisch?
***Spoiler-Ende***

Mein persönliches Fazit des Films lautet: Die echte Freiheit findet im Kopf statt, nicht auf Papier.

Link zur IMDB-Seite

Freitag, 29. Juli 2005

American Splendor

American-Splendor
Inhalt
Willkommen in der Welt von Harvey Pekar, dem Erfinder eines der beliebtesten US-Comics aller Zeiten. Sein durchaus durchschnittliches Leben wird zum Kult, als er zusammen mit dem berühmten Comic-Zeichner Robert Crumb (Fritz The Cat) beschließt, das `ganz normale´ Leben in einem Comic festzuhalten...

Meinung
Dieser Film ist eine Biographie des (echten) Harvey Pekar, der aus seinem eigenen trostlosen Leben ein recht erfolgreiches Comic namens "American Splendor" machte. Das Besondere an diesem Streifen ist seine Erzählweise, denn immer wieder werden Comic-Elemente in den Echtfilm eingebaut. Das ist nicht nur unterhaltsam, sondern trägt auch zur Comic-artigen Atmosphäre bei. Auch taucht der "echte" Harvey immer wieder auf und wird gezeigt, wie er an diesem Film mitarbeitet.

Das alles macht den Film aber trotzdem nicht zur reinen Komödie. Zwar gibt es immer wieder komische Szenen, aber durch den ewig schlecht gelaunten und mürrisch-zynischen Harvey Pekar (brillant gespielt von Paul Giamatti, bekannt aus "Sideways") ist "American Splendor" aber meilenweit von Hollywood-Komödien entfernt. Der DVD-Aufdruck "Der witzigste Film des Jahres" weckt da leicht falsche Erwartungen.

Zu erwähnen ist auf jeden Fall noch Nebencharakter Toby, einen Außenseiter ("Nerd") und besten Freund von Harvey, dargestellt von Judah Friedlander. Dieser sieht dem "echten" Toby (ja, auch den gibt es wirklich) übrigens zum verwechseln ähnlich.

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Sonntag, 24. Juli 2005

French Connection

French-Connection
Inhalt
Buddy Russo und seinem Partner 'Popeye' Doyle gelingt es, das größte internationale Rauschgiftnest aller Zeiten auszuheben. Aber das Syndikat gibt sich nicht so leicht geschlagen. Der Drahtzieher der Rauschgift-Mafia, an solche Rückschläge nicht gewöhnt, sinnt auf nachhaltige Rache. Aus dem Hintergrund zieht er an den schmutzigen Fäden und spielt gnadenlos sein dreckiges Spiel, das Doyle fast sein Leben kostet ...

Meinung
Ein Klassiker im Genre "Cop-Movie" und gleichzeitig das Vorbild für viele weitere Filme dieses Genres. Die beiden Polizisten sind so wie man sich rauhe New Yorker Polizisten der Drogenabteilung vorstellt. Trotz der rauhen Gangart steht bei "French Connection" Action und Gewalt absolut nicht im Vordergrund, sondern ist nur Mittel zum Zweck. Unvergessen sind die Szenen, in denen "Popeye" mit seinem Wagen die Straßenbahn verfolgt. Oft kopiert, nie erreicht - was nicht nur für diese Szene des Films gilt.

Dieser Film war wegweisend für sein Genre, und hat auch gleich 5 Oscars gewonnen:
  • Gene Hackman für die beste männliche Hauptrolle
  • William Friedkin für die beste Regie
  • Gerald B. Greenberg für den besten Schnitt
  • Bester Film
  • Ernest Tidyman für das beste adaptierte Drehbuch
Drei weitere Nominierungen gab es für die beste männliche Nebenrolle (Roy Scheider), die beste Kamera und den besten Ton.

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Samstag, 23. Juli 2005

21 Gramm

21-Gramm
Inhalt:
21 Gramm zeigt das Leben dreier Personen, deren Schicksale sich durch einen dramatischen Unfall unwiderruflich verbinden. Der todkranke Paul (Sean Penn) hofft, dass ein Spenderherz sein Leben retten wird; die Ehefrau und Mutter Cristina (Naomi Watts) muss einen grossen Verlust verkraften; und dem Ex-Strafgefangenen Jack (Benicio del Toro) wird erneut der Boden unter den Füssen weggerissen.

Meinung:
Ein sehr interessanter Film. Die drei Handlungsfäden verlaufen zu Beginn noch getrennt von einander, mit zunehmender Dauer merkt man aber die Verbindungen zueinander. Die Stories der drei Hauptpersonen werden parallel erzählt - das wäre nichts Besonderes, allerdings wird jeder einzelne Handlungsstrang nicht-linear erzählt, d. h. die einzelnen Szenen werden nicht in ihrer zeitlichen Reihenfolge gezeigt. Erinnerungen an "Memento" kommen auf, doch sind die Filme in keiner Hinsicht vergleichbar, denn während "Memento" konsequent einen Handlungsfaden rückwärts erzählt, spring "21 Gramm" von Story zu Story und dort in der Zeit-Reihenfolge hin und her.

Was etwas wirr klingt, macht aber durchaus Sinn, denn so ergeben sich immer wieder neue Perspektiven. Noch mehr als die Erzählform wissen die Hauptdarsteller zu überzeugen. Sean Penn, Naomi Watts und Benicio del Toro liefert Top-Leistungen ab, wobei die beiden Letztgenannten immerhin für den Oscar nominiert waren.

Der Film ansich zeigt, wie man auf Schicksalschläge reagieren kann: Rache, Flucht in die Religion, in alten Erinnerungen schwelgen, etc. Eine Wertung gibt der Film indes nicht.

"21 Gramm" ist sicher kein Film für einen netten, oberflächlichen Filmabend. Man sollte dem Film seine ganze Aufmerksamkeit schenken, denn er hat sie verdient.

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Dienstag, 12. Juli 2005

Melinda und Melinda

Melinda
Inhalt:
Was geschieht, wenn eine attraktive, junge Frau wie Melinda überraschend in eine typische New Yorker Dinnerparty platzt? Einiges, denn Melinda ist nach New York gekommen, um ein neues Leben anzufangen und sich neu zu verlieben. Und Melinda gibt es gleich zweimal – die eine hat eher Pech, die andere eher Glück mit der Liebe.

In „Melinda und Melinda“ ist Woody Allen wieder ganz in seinem Element: Eine Anekdote ist der Ausgangspunkt für eine Geschichte, die aus zwei gegensätzlichen Perspektiven – einer tragischen und einer komischen – elegant verschachtelt erzählt wird. Manhattan und seine urbanen Neurotiker bieten dem hervorragenden Ensemble Chiwetel Ejiofor, Will Ferrell, Jonny Lee Miller, Radha Mitchell, Amanda Peet, Chloë Sevigny und Wallace Shawn größtmögliche Entfaltungsmöglichkeiten. Die meisten der Allen-typischen Themen werden auch hier durchdekliniert – die Zerbrechlichkeit der Liebe, eheliche Untreue, komplizierte Romanzen, die Unfähigkeit zu kommunizieren. Eine Figur im Film bringt es auf den Punkt: „Er ist mutlos, er ist verzweifelt, er ist lebensmüde. Alle komischen Elemente sind vorhanden.“

Meinung:
Mir hat der Film wirklich gut gefallen. Es wird die Geschichte von Melinda erzählt, mal von einem Komödien-Autor, mal von einem Drama-Autor. Die Ausgangssituation ist sehr ähnlich, und eigentlich sind auch die beiden Stories recht ähnlich. Die Stimmung ist naturgemäß unterschiedlich, und auch die Schauspieler (mit Ausnahme von "Melinda"-Darstellerin Radha Mitchell) sind verschieden, aber es gibt viele Parallelen und auch Quer-Bezüge zwischen den beiden Geschichten. Sie werden übrigens nicht hintereinander, sondern alternierend erzählt.

Will Ferrell stellt in der Komödie mehr oder minder Allens Alter Ego dar und bringt auch klassische "One-Liners". Die Komödien-Version hat weniger Tiefgang als das Drama und hat auch eher ein vorhersehbares Hollywood-Ende.

So nebenbei:
Es scheint ein ziemlicher Frauenfilm zu sein. Das Kino war zwar recht leer (naja, war ein Nicht-Mainstream-Film werktags um 18 Uhr), aber das Frauen-Männer-Verhältnis war ca. 15:2.

Link zur IMDB-Seite
Link zur Melinda-Seite bei www.woody-allen.de

Montag, 11. Juli 2005

Insomnia

Insomnia
Inhalt
Der erfahrene Detective Dormer und sein Partner Hap reisen in ein verschlafenes Städtchen in Alaska, ein Ort, wo die Sonne im Sommer niemals untergeht. Die beiden sollen den Mord an einer 17-Jährigen untersuchen. Gleich am ersten Abend eröffnet Hap seinem Kollegen, dass er bei internen Untersuchungen gegen ihn aussagen wird.
Als sie wenig später dem Killer eine Falle stellen, erschießt Dormer im dichten Nebel versehentlich seinen Partner. In die enge getrieben, schiebt er die Schuld auf den Mörder. Der meldet sich bald darauf bei ihm und zwingt Dormer ein ausgeklügeltes Katz-und-Maus-Spiel auf. Die Situation spitzt sich zu, als auch noch die intelligente Nachwuchspolizistin Ellie Burr sein Vorgehen in Frage stellt.

Meinung
Der Film hat mir sehr gut gefallen. Es ist ein recht verzwickter Polizei-Thriller mit sehr guter Besetzung (Al Pacino, Robin Williams und der jungen Hillary Swank, die später für die Hauptrolle in "Million Dollar Baby" einen Oscar bekam).

Der Film hat praktisch keine Actionszenen oder Special-Effects, sondern ist eher dialog-orientiert. Er lebt von der spannenden Handlung und den guten Schauspielern. Auch das Ende ist gut gelungen und nicht 100% Mainstream.

Link zur IMDB-Seite

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